Home
Semmelbahn
Fahrzeugbau
Bisherige Projekte
Teilesätze
Aktuelle Projekte
Streckenbau
Produkte
Links
Impressum
Sitemap

Fahrzeugbau

 

Für alle Interessierten und potentiellen Selbstbauer möchte ich hier den Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Fahrzeug beschreiben (s.u.).

 

Die gestiegenen Ansprüche der Modellbahner, die Erschwinglichkeit von Maschinen und Werkzeugen sowie das geringe Sortiment der industriellen Hersteller ließen in den vergangenen zehn Jahren den Fahrzeugeigenbau, insbesondere im Straßenbahnbereich, immer beliebter werden.

 

Viele Modellbahner lassen sich mit Blick auf die Großspur oft von dem Argument abschrecken, dass dieser viel zu teuer sei.

Das ist so nicht richtig. Je nach Fahrzeugwunsch und Anspruch kann ein Modell im Maßstab 1:22,5 durchaus sogar günstiger sein als eines in der verbreiteten Kleinspurweite HO.

Dies ist auch mit den hier zu erwerbenden Teilesätzen möglich. Wie ein solcher Teilesatz zusammengebaut wird, können Sie hier(klick!) sehen.

 

Bisher von mir umgesetzte Projekte können Sie hier(klick!) sehen. Derzeit laufende Projekte sind hier(klick!) zu finden.

 

 

Vorbildsuche

Schritt für Schritt

vom Vorbild zum Wunschmodell

 

 

Vorarbeiten

 

Der erste Schritt zum Eigenbau ist die Wahl eines geeigneten Vorbildes.

Für den Selbstbauanfänger empfehlen sich hier kleine, kantige Zweiachser, um sich mit der Materie des Eigenbaus vertraut zu machen.

 

Anschließend stellt man Nachforschungen nach Plänen und Zeichnungen für den entsprechenden Fahrzeugtyp an.

Denn Maßstäblichkeit ist das A und O! Schon bei leichten Abweichungen kippen die Proportionen und das Fahrzeug wirkt nicht gefällig.

Solche Zeichnungen finden sich schon sehr oft im Internet oder in Büchern bzw. Zeitschriften.

Von vielen Fahrzeugen gibt es sogar vollumfängliche Zeichnungssätze zu kaufen.

Z.B. bietet Horst-Dieter Hettler eine Vielzahl exakter Zeichnungen für Vollbahnfahrzeuge an.

 

Natürlich gibt es auch immer wieder Maße, die zwar aus den meisten Zeichnungen nicht hervor gehen, aber  auch nicht einfach übergangen werden können.

Ein Beispiel hierfür ist die die nach innen gestellte Frontscheibe des klassischen DÜWAG-Wagens.

Dazu habe ich für meine zahlreichen DÜWAGs am RHB-Tw 1018 Maß genommen.

Mit einer Tapete wurde das nach innen gewölbte Teil abgeklebt, abmarkiert und ausgeschnitten.

Auf einen dunklen Packpapierbogen aufgeklebt, ließ ich das Teil im Copyshop durch einen Großscanner laufen.

Im Computer wurde das Bauteil nachgezeichnet und auf 1:22,5 verkleinert, um es so aus Messingblech herausfräsen zu können.

 

Darüber hinaus sind beim Selbstbau Detailfotos sehr hilfreich. Insbesondere Dachaufbauten, Innenausstattung oder Fahrwerksbereiche lassen sich mit Hilfe dieser Bilder einfacher nachempfinden.

 

 

 

 

Die Planung

 

Nun kann die eigentliche Planung beginnen:

Als erstes müssen hierfür alle Maße in den Maßstab 1:22,5 umgerechnet werden.

Anschließend werden alle Einzelteile durchgeplant und gezeichnet. Heute erfolgt dies Am Computer.

Bevor ich über eine CNC-Fräse verfügte, mussten diese Teile auf Sperrholz übertragen und mit der Laubsäge ausgeschnitten werden.

 

Wenn alle Teile geplant sind, werden diese am Computer zu einer neuen Zeichnung zusammengesetzt.

So kann sicher gegangen werden, dass alle Teile genau zusammenpassen.

 

Nachdem die Planung aller Teile steht, ist auch der Materialbedarf auszumachen.

Viele Materialien wie Holz oder Plexiglas gibt es im Baumarkt relativ günstig im Zuschnitt.

Als Holz verwende ich stets MDF, Stärke 3 mm. Es hat im gegensatz zu „echtem Holz“ den Vorteil, dass es keine Maserung hat und sich auch nicht verzieht. Außerdem lässt es sich wesentlich leichter Verarbeiten.

Persönlich nutze ich am liebsten den Holzzuschnitt das Bauhaus, da Übersichtlichkeit und Abferftigung bzw. Kundenbedienung hier am besten ist.

Kunststoffe beziehe ich über den Architekturbedarf in Langenhagen.

Dort ist auch eine große Auswahl an Holz- und Messingprofilen erhältlich, die für den Modellbau sehr nützlich sind.

 

Die jeweiligen Einzelteile werden nach Materialien aufgeteilt und als HPGL-Dateien abgespeichert.

Mittels des Programms BoCNC erfolgt eine Radiuskorrektur.

Denn der Fräser hat in der Regel einen Durchmesser von 3 mm und muss daher immer - je nach Innen oder Außenradius – um diese 3 mm versetzt laufen.

Hierbei wird ebenfalls die Fräsreihenfolge festgelegt.

 

In einem weiteren Planungszug werden die Teile vorbereitet, die gelasert werden sollen.

Sie müssen im Zeichenprogramm nach Farben sortiert werden, womit festgelegt wird, was im ersten oder im zweiten Rang geschnitten bzw. geritzt wird.

Das Lasern erfolgt bei Andreas Besthorn von der IG Spur 1 auf Rechnung.

Hierfür bieten sich insbesondere Tage mit schönem Wetter an, die nach einer Fahrradtour an das andere Ende der Stadt verlangen ;-)

 

 

 

 

Anfertigen der Einzelteile

 

 

Das Fräsen erfolgt nach Materialien getrennt. Dabei werden zu erst die Polystyrolteile gefräst.

Für diese Anwendungen müssen die Fräser noch frisch und scharf sowie der Absaugungsfilter frei sein.

Denn das Polystyrol, welches so viele positive Eigen-schaften im Bau hat neigt bei unsauberen Fräsern zum Klumpen und Schmieren, das ganze Werkstücke zerstören kann.

Es erfordert auch eine ständige Überwachung des Fräsprozesses. Im zweiten Rang werden Messingteile gefräst, im dritten solche aus Acrylglas.

Zum Schluss folgen die Holzteile. Für Fräsarbeiten in MDF können Fräser fast beliebig verschlissen sein.

 

 

 

Die Montage

 

Anschießend liegt eine Vielzahl von Bauteilen vor, die nach Baugruppen sortiert werden müssen.

Ab hier erfolgt der eigentliche Bau eines Fahrzeuges. Dies ist auch der Moment, bei dem der Käufer eines Teilesatzes in den Bauprozess einsteigt.

 

Im ersten Schritt werden die Bauteile entgratet und die Großteile zum Rohbau zusammengefügt.

Der Bauprozess ist hier im Wesentlichen mit dem Zusammenbau eines Teilesatzes zu vergleichen, der hier(klick!) beschrieben ist.

 

Dennoch kommt es immer wieder zu Weiterentwicklungen und zur Erprobung unterschiedlicher Arbeitsweisen, Materialen, Klebstoffen oder Farben.

 

 

 

 

Der Bauablauf - kurz und bündig

 

 

Der Ablauf des Bauprozesses ist kurz gefasst wie folgt:

 

  • Erstellung des Rohbaus. Hier entfaltet der Klebstoff von UHU seine volle Wirkung. Er enthält (wenn man nicht den Lösungsmittelfreien kauft) Aceton. Dieses löst das Polystyrol an und verklebt es sicher.

 

  •  Verkleben weiterer Einzelteile wie den Dachschichten oder den Trittstufen. Zum Verkleben des Daches verwende ich UHU Holzleim. Für das Verkleben von Kleinteilen wie Türgriffen nutze ich Sekundenkleber. Dieser ist in mehreren Viskositäten beim Architekturbedarf erhältlich.

 

  • Feilen und Schleifen des Daches. Das Dach (sofern Tonnendach) ist immer so ausgeführt, dass mehrere kleiner werdende Schichten von 3 mm Stärke aufeinander geklebt sind. Man hat so schon eine Grundform des Daches in Treppenform. Die Stufen müssen lediglich mit der Feile glatt gefeilt werden. Weiterhin wird das Dach mit mehreren – immer größer werdenden – Körnungen bearbeitet. Bevor mir Maschinen das passgenaue Anfertigen einzelner Schichten gestatteten, war es üblich eine Grundkontur aus 20 mm starkem Balsaholz zu schneiden, bei der eine Dachform aus „dem Vollen“ gefeilt werden musste. Die Stufenvariante hat dabei auch den Vorteil, dass die Form schon vorgeben ist und so kaum Fehler und Asymmetrien auftreten können.

 

  • Bearbeiten des Daches mit unterschiedlichen Spachtelarten. Dabei beginnt man in der Regel die groben Stellen mit körnigem Holzreparaturspachtel von Molto zu füllen. Mit einem einfachen Innen-Spachtel von Molto folgt die nächste Schicht. Kleinigkeiten werden mit einem feinen Schnellspachtel gemacht. Abschließend wird das Dach mit Spritzspachtel überzogen. Dieser ist bei OBI erhältlich.

 

  • Die Kanten des Wagenkastens schleifen und später ggf. mit Spachtel bearbeiten. Denn später sollten Übergänge zwischen Front- und Seitenteilen nicht mehr auffallen. Das ist besonders dort wichtig, wo unterschiedliche Materialien im Frontbereich aufeinander stoßen. So zum Beispiel beim Gothawagen oder beim Düwag.

 

  • Beschleifen des Wagenkastens. Insbesondere das Polystyrol muss angeschliffen werden (Körnung 200-500), damit später die Grundierung hält.

 

  • Verkleben von Dach und Wagenkasten

 

  • Erstellung des Fahrwerkes aus Einzelteilen oder mit Hilfe von Motorblöcken. Da zumindest für Straßenbahnen recht flache Motorblöcke mit Raddurchmesser im Bereich der 30 mm benötigt werden, sind eigentlich nur USA-Trains-Motorblöcke, die es bei RD Hobby zu erwerben gibt, verwendbar. Diese lassen sich auf viele Weisen einfach umbauen. Von Achsstands-verlängerungen, über Kürzungen bis hin zur Umspurung. Ich habe das mal hier(klick!) beschrieben. Eine weitere einfache Variante ist natürlich sich die Einzelteile für einen Antrieb (z.B. hier(klick!)) zu kaufen. So beispielsweise ein Motor mit Schnecke (bei LGB oder Piko im Ersatzteilsortiment), ein LGB-Metallachsensatz und ein LGB-Ritzel (beides im Ersatzteilsortiment) Das Aufziehen des Ritzels auf eine LGB-Achse (auseinanderziehbar) und dessen Fixierung ist ohne Probleme möglich. Die Stromabnahme besorgen Stromabnehmerkohlen, die es im Ersatzteilsortiment bei LGB und Massoth gibt. Sparfüchse können sich auch eine Playmobil oder Toytrain-Lok bei ebay schießen. Motor, Kohlen und Ritzel ausbauen und die Lok als Standmodell weiterverkaufen. So kann man an diese Teile schon für 5-10 Euro kommen, statt 40 Euro!

 

  • Grundieren der Einzelteile und des Wagenkastens. Für die Grundierung empfehle ich die Universal-grundierung von OBI

 

  • Lackieren der Einzelteile und des Wagenkastens. Hierfür müssen bei verschiedenen Farben die Kanten nach Trocknen einer jeden Farbschicht abgeklebt werden. Als Farben für die Außengestaltung verwende ich Sprühdosen, die ich nach den benötigten RAL-Tönen bei Frickwork oder beim örtlichen Farbenladen erwerbe. Für den Innenraum verwende ich normale wasserlösliche Acrylfarben für Pinselanwendung. Diese kann man sich nach Wunschfarbtönen im Bauhaus mischen lassen. Das Abkleben der Fahrzeuge erfolgt mit Klebeband von Tamiya oder Japanpapierklebeband von Tesa. Dieses Klebeband lässt im Vergleich zu Kreppband keine Farbe durch und kann den darunter liegenden Lack nicht beschädigen.

 

  • Nach dem Lackieren erfolgt er Einbau der elektrischen Ausrüstung. So zum Beispiel LEDs, Glühbirnen, Decoder usw.. sowie das Einziehen der Kabel. Die Decoder (empfohlen ESU Lokpilot XL) gibt’s im Spielwarenladen, den Rest bei Elektronikhändlern wie Conrad oder Pollin.

 

  • Der nächste Schritt umfasst den Einbau der Inneneinrichtung ins Fahrzeug

 

  • Anschließend kann ein Fahrzeug verglast werden.

 

  • Zum Schluss erhält das Fahrzeug auf dem Dach einen Bügel. Hierfür bietet die Industrie bereits drei verschiedene Exemplare direkt an. Es handelt sich dabei um die drei auf LGB-Fahrzeugen verwendeten Exemplare: Scherenstromabnehmer mit einer bzw. zwei Schleifleisten und der Einholmstromabnehmer. Während LGB nur noch den zweit genannten im Ersatzteilsortiment führt, lassen sich alle drei Typen telefonisch beim Hersteller Sommerfeldt bestellen. Bügel mit breiter Oberschere sind entweder selbst zu bauen oder unter Verwendung eines Bügelunterteils von Sommerfeldt. Lyra- und Stangenstromabnehmer lassen sich einfach aus Messingprofilen herstellen, die es im Architekturbedarf gibt.

 

 

 

 

Arbeitsorganisation

  

Ein wesentliches Augenmerk sollte beim Selbstbau auf der Arbeitsorganisation liegen.

Um langem Überlegen nach dem nächsten Schritt oder Versuchen aus dem Wege zu gehen ist es nötig die Handlungsweisen vorher durchzudenken und ggf. zu Papier zu bringen.

Dies sollte auch während es Baufortschritts gemacht werden. So hat man immer im Blick welche Arbeiten noch ausstehen und kann eine Abarbeitungsfolge festlegen.

Dabei sollte auch immer berücksichtigt werden, dass man immer etwas zu tun hat.

Bei einem solchen Bau sind Pausen an einzelnen Komponenten durch Trockenzeiten (Klebstoffe, Lacke) unvermeidbar. Diese Pausen können mit Arbeiten an anderen Baugruppen sinnvoll überbrück werden.

So können während der Klebstoff am montierten Wagenkasten trocknet, beispielsweise die Sitze montiert werden. Diese stehen dann später nach dem Lackieren zum sofortigen Einbau bereit.

Auf diese Weise erreicht man beim Modellbau schneller sein Erfolgserlebnis und hat mehr Spaß am Hobby.

Das ist zumindest meine subjektive Einschätzung :-)

 

 

 

 

Beschriftung

 

Wenn ein Fahrzeug fertig gestellt ist, muss es noch beschriftet werden.

Hierzu erstelle ich in Corel Draw einen Beschriftungssatz, der in ein PDF umgewandelt wird.

Besser ausgestattete Copyshops können diese Beschriftungssätze vom PDF auf Klebe- oder Klarsichtfolien aufdrucken.

Für meine Modelle nutze ich hierfür den Ausdruck- und Kopierservice Mayer in Mannheim.

 

Zierstreifen können auch als cdr.-Datei erstellt werden. Sie werden können bei Werbegrafikern über einen Schneidplotter auf Klebefolie im passenden Farbton ausgeschnitten werden.

 

 

Einsatzgebiete der fertigen Fahrzeuge können Sie hier (klick) finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Suche nach Zeichnungen

Ausmessen am Vorbild - z.B. hier am ET6 der RHB

Detailfotos

Umsetzung der Planung im Computer

 

Zeichnung auf Basis der geplanten Bauteile

Radiuskorrektur zum Fräsen der Teile

Fräsen von Polystyrol

Fräsen von Messing

Lasern

Einzelteile direkt nach dem Fräsen

Entgraten und Sortieren der Teile

Erstellen des Rohbaus

Zufeilen des Daches

Spachtelarbeiten

Innenausbau bei einem Zweiachser

Innenausbau bei einem Zweiachser
 

Erstellen der Beschriftung am Computer

Frisch lackierte Diesellok

Fertiggestellter Zweiachser

Fertiggestellter Gelenkzug

Einsatz auf der Anlage

 

www.semmelbahn.de